© shutterstock

Emirates hat 36 neue A380 bestellt. Das Ende des größten Passagierflugzeugs ist vorerst abgewendet. Für Investoren, die in einen der 20 geschlossenen A380-Flugzeugfonds investiert sind, bleiben die Aussichten aber weiter ungewiss.Die Ratingagentur Scope hat die Perspektiven der A380-Flugzeugfonds analysiert, deren 10-jährige Leasingverträge nun auslaufen. Ergebnis: Damit Anleger keine (nominellen) Verluste erleiden, müssten die Flugzeuge Netto-Verkaufspreise von rund 60 Mio. USD erzielen. Dies entspricht rund 30% des ursprünglichen Kaufpreises.

Die Frage, wie wahrscheinlich das Erreichen dieser Verkaufspreise ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Verlässliche und belastbare Einschätzungen von Sachverständigen existieren nicht oder sind zu einem hohen Maß mit Unsicherheit behaftet. Klarheit zur Frage, was ein gebrauchter A380 wert ist, wird frühestens die erste Transaktion bringen.

Ein Lichtblick für Euro-Investoren: Der Fonds denominiert in USD. Aufgrund der Stärke des US-Dollars über die Fondslaufzeit erreichen Anleger, die sämtliche bisher geleisteten Ausschüttungen stets in Euro getauscht haben, den Break-Even bereits bei einem Verkaufspreis des A380 von 48 Mio. USD.

Ein Verkaufspreis von 60 Mio. USD brächte ihnen eine jährliche Rendite von immerhin rund 2%. Die Schwäche des Euro während der Fondslaufzeit hat den Euro-Anlegern in die Karten gespielt. Im Jahr 2008 kostete ein Euro noch durchschnittlich 1,47 USD. Derzeit sind es 1,22 USD.

Zunehmende Unsicherheit lässt Zweitmarktkurse einbrechen

Die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft des A380 schlägt sich auch deutlich auf die Handelskurse am Zweitmarkt für geschlossene Fonds an der Fondsbörse Deutschland nieder. Seit Anfang 2016 weisen die Kurse einen deutlichen Abwärtstrend auf, denn seit diesem Zeitpunkt häuften sich die Anzeichen, dass die Airlines ihre Verlängerungsoptionen nicht ausüben werden.
Dieser Trend manifestierte sich in der zweiten Jahreshälfte 2017. Fonds, deren Leasingverträge ausgelaufen sind, notieren derzeit zu rund 30% ihres Nominalwertes.

Quelle: Scope Analysis GmbH (Marktnews vom 24.01.2018)