immobilienbrief_beteiligungsreport_deEditorial aus dem aktuellen Immobilienbrief von Werner Rohmert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

da der Wahlkampf, wie das Gespräch zwischen Angela und Martin deutlich machte, eigentlich nur noch für Erstwähler ein solcher ist, bestimmte die Natur die letzten beiden Wochen. Harvey zeigte uns, was passiert, wenn 60 cm Wasser mal eben auf den qm fallen und Irma könnte zeigen, was 300 Stundenkilometer Wind im wahrsten Sinne des Wortes bewegen können. Frühere Naturvölker in Amerika und Karibik hätten sich gefragt, ob die jeweils zuständige höhere Macht damit vielleicht ein politisches Zeichen der Unzufriedenheit setzen will und über ein adäquates (Menschen-) Opfer zur Beruhigung eigener und göttlicher Nerven nachgedacht. Ich bin jetzt sicherlich kein Klima-Fetischist, aber andererseits finde ich eine Wirkungsanalyse nicht unlogisch, wenn eine weltweit besiedelte Erde eine Menge Dreck und Wärme in die hauchdünne Luftschicht schickt, die so dick ist wie die höchsten Unebenheiten der Erdkugel, die wiederum glatter ist als eine Billardkugel. Klimawandel gibt es aber nicht nach dem Trump-Motto: „Wähler, glaubst Du mir oder Deinen Augen?“ Und Kim spielt weiter mit Wasserstoff.

Aber schließlich wissen WIR, dass die Immobilie die Antwort auf alle Herausforderungen der Zukunft ist. So fasste Reinhard Panse, HQ Trust, auf dem PlatowForum letzte Woche auch ein „heißes Eisen“ an (S. 10). Aktuell führe Zins- und Verschuldungsumfeld dazu, dass illiquide Anlageformen, wie Private Equity oder vor allem auch Immobilien deutlich attraktiver geworden seien, als die übrigen Anlageformen. Richtig, das glauben wir alle in der Immobilienwirtschaft. Interessanter ist die Analyse, dass seit 150 Jahren grundsätzlich weltweit rechtsextreme Parteien von schweren Wirtschaftskrisen profitierten. Politische Lösungskonzepte, die aktuell nicht nur von den Weltmächten propagiert werden, nutzen Abstiegsängste, Zuwanderungsängste und Einkommens- bzw. Vermögensängste der Wähler aus. Die Lösungskonzepte beinhalten Feindbildsuche, Arbeitsplatzbeschaffung durch Verschuldung und Gelddrucken, isolationistische Tendenzen oder auch Aufrüstung. Das aber seien genau die Konzepte, die in Deutschland vor 1933 mehrheitsfähig waren. Mich beunruhigen seit jeher mehr die Wähler als ihre Repräsentanten, die allerdings heute an den roten Knöpfen der Wirtschaft und Raketen eine intellektuelle Unberechenbarkeit erreicht haben, wie dies im aufgeklärten Informationszeitalter eher nicht zu erwarten war.
Was mich an der Immobilienwirtschaft nervt, ist das periodisch parallel zur Ertragsprosperität zunehmende Selbstbewusstsein der Branche. Meist sind solche Phasen daran zu erkennen, dass sich managende Fonds-Angestellte in Davos mit Weltwirtschaftspolitik auseinandersetzen, statt ihre Portfolien unter Lebenszyklus- und Nachhaltigkeitsaspekten abzufahren oder Branchenvertreter politische Forderungen meist nach steuerlicher Förderung erheben. Zuletzt machte sich die Branche in großem Rahmen mit der intellektuell von vornherein zweifelhaften Forderung zur Einführung von REITS zur Rettung der deutschen Kapitalmärkte lächerlich. Kaum ist aber das Büroangebot auf ein Normalmaß geschrumpft, sollen jetzt nach zuvor geforderter Wohnungsförderung auch noch Bürogebäude gefördert werden. Die Forderung nach mancher Verwaltungsvereinfachung macht manchmal Sinn. Andererseits war und ist Deutschland immer durch ein ausreichendes Angebot zu günstigen Preisen im weltwirtschaftlichen Vergleich gekennzeichnet. Die Forderung nach steuerlicher Förderung einer Branche im historischen Ertrags- und Vermögensmaximum zur Bedienung allerhöchster, meist volkswirtschaftlich nicht zu vertretender Mieteransprüche dürfte nicht nur Schäuble schwer verständlich zu machen sein. „1% Zinsen“ sind doch sowieso das historisch stärkste Förderinstrument. Und zu „Knappheit“ habe ich sowieso eine eigene Meinung (vgl. Seite 5)
In eigener Sache: Aus unserer Kooperation mit „Der Platow Brief“ (vgl. Tagungshinweis auf S. 24) haben wir wieder 5 Freikarten zur Tagungsteilnahme am „PlatowForum Beteiligungen“ am 25.9.17 im Frankfurter Hilton 09.00 bis 15.00h erhalten, die wir unseren Lesern zur Verfügung stellen. Ich werde dort die PLATOW AWARDS IMMOBILIEN 2017 an 4 Preisträger verleihen. Wenn Sie Interesse haben, schicken Sie mir, bitte, eine formlose Mail an info@rohmert.de.

Werner Rohmert, Herausgeber  

 

Den aktuellen Immobilienbrief der Research Medien AG finden Sie hier:

Der-Immobilienbrief-Nr-407 vom 08.09.2017

2017 erschienene Magazine der Research Medien AG finden Sie hier:

Der-Immobilienbrief-Nr-406 vom 25.08.2017

Der-Immobilienbrief-Nr-405 vom 11.08.2017

Der Immobilienbrief Nr. 404 vom 28.07.2017

Der-Immobilienbrief Nr. 403 vom 14.07.2017

Der Immobilienbrief Nr. 402 vom 05.07.2017

Der Immobilienbrief Nr. 401 vom 14.06.2017

Der Immobilienbrief Nr. 400 vom 02.06.2017

Der Immobilienbrief Nr. 399 vom 19.05.2017

Der Immobilienbrief Nr. 398 vom 05.05.2017

Der Immobilienbrief Nr. 397 vom 21.04.2017

Der Immobilienbrief Nr. 396 vom 07.04.2017

Der Immobilienbrief Nr. 395 vom 24.03.2017

Der Immobilienbrief Nr. 394 vom 10.03.2017

Der Immobilienbrief Nr. 393 vom 10.02.2017

Der Immobilienbrief Nr. 391 vom 27.01.2017

Der Immobilienbrief Nr. 390 vom 13.01.2017