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Die Redaktion des BeteiligungsReport galt bisher nicht unbedingt als sehr kritisch. Wer den Herausgeber und Sachverständigen Edmund Pelikan bei seinen Prospektprüfungsseminaren oder bei seinen Vorträgen erlebte, weiß, dass er Tacheles reden kann. Inzwischen ist die Erkenntnis in der Redaktion gereift, dass man einen Markt wie die Sachwertebranche durchaus positiv begleiten kann, auch wenn man diesen öffentlich hinterfragt.

FSE – Ship Select Fund1 – ein Trauerspiel geht zu Ende

Bei dem Schiffszweitmarktfonds aus dem Hause Friedrich Schiefer Emissionshaus ist nicht nur der maritime Markt Schuld am desolaten zustand, sondern auch eine mutmaßlicheFehleinschätzung über die Qualität des Fondsmanagers und späteren Fondsgeschäftsführers Werner Klingmann. Endlich wurde dieser 2016 abgesetzt. Die sehr guten Aufräumarbeiten des aktuellen Geschäftsführers Christian Fuchs werfen aber eine Menge Fragen auf:

Wie konnte Klingmann Geschäftsführer werden, obwohl er seit mehreren Jahren im Schuldnerregister eingetragen ist und scheinbar als zahlungsunfähig gilt? Trägt dafür nicht auch der ehemalige Geschäftsführer Dr. Christian Schnülle eine Teil-Verantwortung?

Scheinbar ist der ehemalige Geschäftsführer neben regelmäßiger – mutmaßlicher überhöhter – Ausgaben auch nicht in der Lage, die Barkassen des Fonds und der Verwaltungs-GmbH zurückzuführen. Die offenen Forderungen belaufen sich auf schätzungsweise 40.000 Euro. Hat dies dadurch nicht auch eine Strafrechtliche Dimension?

Wo ist das Vermögen von ursprünglich etwa 3,9 Millionen Euro versichert, wenn heute nur noch ein Vermögen von rund 435.000 Euro da sind?

Sind Provisionen zusätzlich an den Geschäftsführer Klingmann beim Kauf von Zweitmarktanteilen geflossen, die eigentlich dem Fonds zustehen würden?

Wie konnten Treuhänder und Gesellschafter akzeptieren, dass erst 2016 die Bilanzen von 2013 bis 2015 finanl aufgestellt wurden?

Das sind nur die vordringlichsten Fragen, die einem bei der Lektüre des aktuellen Berichtes ins Auge fallen. Alle Zeichen stehen auf Liquidation und das ist auch gut so. Besser wäre es wohl gewesen, wenn der Fonds vor zwei bis drei Jahre glatt gestellt worden wäre, wie es auch gemäß Prospekt geplant war. Aber dann hätte der damalige Geschäftsführer wohl sein Spielgeld verloren. Unbegreiflich ist, warum man Werner Klingmamm je diesen Fonds anvertraut hatte. Dem Vernehmen nach sind sogar zwei Aufsichträte bei seiner Berufung zunächst als Fondsmanager durch Dr. Christian Schnülle aus Protest zurückgetreten. Das hätte damals bereits Warnung genug sein müssen!

Dieser Artikel wurde im BeteiligungsReport 03-2016 erstveröffentlicht.