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Bergisch Gladbach, 05. April 2016 – Die Hahn Gruppe veröffentlicht die Ergebnisse ihrer im Februar/März 2016 durchgeführten Expertenbefragung, die sie in Zusammenarbeit mit dem EHI Retail Institute durchgeführt hat

Der stationäre Einzelhandel in Deutschland hat positive Zukunftserwartungen: 95 Prozent der befragten Unternehmen rechnen demnach mit steigenden (44 Prozent) oder zumindest stabil bleibenden (51 Prozent) Umsätzen. Überdurchschnittlich optimistisch sind die Betreiber von Lebensmittel-, Drogerie- und Baumärkten. Hier rechnen jeweils mindestens 50 Prozent der Befragten mit Umsatzzuwächsen. Mit gedämpften Erwartungen plant hingegen die Unterhaltungselektronikbranche. Rund 33 Prozent der Teilnehmer prognostizieren für ihre Branche Umsatzrückgänge, was sich u.a. in der tendenziell rückläufigen Preisentwicklung bei Elektronikartikeln begründet.

Die befragten institutionellen Investoren sind weiter in Kauflaune. Trotz steigender Immobilienpreise wollen 76 Prozent der Immobilieninvestoren in 2016 zukaufen (Vorjahr: 57 Prozent). Ihren Immobilienbestand halten wollen rund 17 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) und nur 7 Prozent wollen tendenziell verkaufen (Vorjahr: 17 Prozent). Diese positive Markteinschätzung spiegelt sich auch in der von den Investoren erwarteten Preisentwicklung wider: Rund 40 Prozent der Befragten rechnen für Handelsimmobilien in 2016 mit weiter steigenden Preisen, 57 Prozent gehen von stabilen Preisen aus und nur 3 Prozent erwarten einen Preisrückgang. Hinsichtlich der gesuchten Objekttypen präferieren die Investoren Fachmarktzentren (80 Prozent), innerstädtische Geschäftshäuser (33 Prozent) bzw. SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte (30 Prozent). Weniger beliebt sind Shopping-Center und einzelne Supermärkte/Discounter (jeweils 20 Prozent).

Gegenüber dem Vorjahr hat die Expansionsneigung der Einzelhändler wieder leicht zugenommen. So rechnen rund 30 Prozent der Befragten mit einem Anstieg der Flächennachfrage für ihre Branchen (Vorjahr: 25 Prozent). 49 Prozent (Vorjahr: 55 Prozent) sehen eine stabile Flächennachfrage und nur 21 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) erwarten einen Rückgang. Besonders expansionsstark sind die Bau- und Gartenmarktbetreiber, die zu 100 Prozent mit einem Anstieg der Flächennachfrage rechnen. Hinsichtlich der Expansionsschwerpunkte wurden am häufigsten Innenstädte (82 Prozent), Fachmarktzentren (72 Prozent) und Shopping-Center (61 Prozent) genannt.

Rund 42 Prozent der befragten Einzelhandelsunternehmen erwarten, dass die erhöhte Zuwanderung der letzten Jahre zu langfristig höheren Umsätzen für ihr Unternehmen führen wird. Bei der Personalbeschaffung rechnen 29 Prozent der Einzelhändler mit positiven Auswirkungen. Allerdings erwarten auch 50 Prozent der Unternehmen, dass zusätzliche finanzielle Belastungen für den Handel zu befürchten sind. Die Immobilieninvestoren teilen die überwiegend positive Einschätzung: rund 48 Prozent erwarten, dass insbesondere Einzelhandelsimmobilien von einer erhöhten Zuwanderung profitieren werden. Für Büroimmobilien sind nur 37 Prozent dieser Meinung.

Der Einzelhandel wünscht sich flexible Umbaumöglichkeiten für die genutzten Handelsimmobilien: Für rund 26 Prozent der Befragten hat dies eine hohe Bedeutung. Weitere rund 49 Prozent sehen eine zumindest mittlere Bedeutung darin. Noch eine geringe Bedeutung hat die Flexibilität für rund 25 Prozent der Befragten. Allerdings sind die Einzelhändler sehr unspezifisch in ihrer Aussage, wofür sie die flexiblen Umbaumöglichkeiten nutzen wollen. Am häufigsten genannt wurden Aktionsflächen sowie Logistikflächen für Lieferkonzepte, denen 13 bzw. 11 Prozent eine große Bedeutung zurechnen. Interessanterweise setzen die mit der selben Fragestellung konfrontierten Immobilieninvestoren im Vergleich deutlich stärker auf Flexibilität, um ihr Investment zukunftssicher aufzustellen: Für rund 80 Prozent haben flexible Umbaumöglichkeiten eine große Bedeutung, 15 Prozent sehen eine mittlere Bedeutung und nur 5 Prozent eine geringe Bedeutung.

Die Besucherfrequenz im stationären Einzelhandel entwickelt sich heterogen. Während bei Fachmarktzentren im Vorjahresvergleich über einen tendenziellen Zuwachs bei den Besucherzahlen berichtet wird (Anstieg: 22 Prozent, Stabil: 41 Prozent, Rückgang: 7 Prozent), erkennen die Einzelhändler bei Shopping-Centern (Anstieg: 21 Prozent, Stabil: 25 Prozent, Rückgang: 39 Prozent) und innerstädtischen Lagen (Anstieg: 8 Prozent, Stabil: 46 Prozent, Rückgang: 28 Prozent) einen negativen Trend der Besucherzahlen.

Die Finanzierungsbedingungen für Handelsimmobilieninvestoren gestalten sich seit einigen Jahren überwiegend günstig. Diese Entwicklung hat sich fortgesetzt: 38 Prozent der Befragten geben an, dass sich die Kreditvergabepolitik der Banken gegenüber dem Vorjahr verbessert hätte. Rund 60 Prozent spüren keine Veränderungen. Nur 2 Prozent berichten von Finanzierungsbedingungen die schwieriger geworden sind.

Der Anstieg der Immobilienpreise und der Nachfrageüberhang am Transaktionsmarkt haben bei den institutionellen Anlegern zu keinem grundlegenden Wandel in der Akquisitionsstrategie geführt: 45 Prozent der Befragten investieren unverändert weiter, 35 Prozent haben ihre Investmentstrategie angepasst und gehen Kompromisse bei der Objektgröße ein. 18 Prozent sind bereit, mehr Portfolio-Deals abzuwickeln, um ihre Ziele zu erreichen. Jeweils 15 Prozent investieren weniger Kapital oder setzten teilweise auf alternative Objekttypen. Nur 13 Prozent wollen in höhere Risikoklassen ausweichen.

Zur Expertenbefragung:

Die Hahn Gruppe führt zweimal jährlich eine Expertenbefragung bei Expansionsverantwortlichen des großflächigen Einzelhandels und bedeutenden institutionellen Investoren durch. Ziel ist es, die aktuellen Trends sowie die Stimmungslage im Einzelhandel und bei Handelsimmobilien-Investoren zu erfassen. In der aktuellen Umfrage wurden 57 Expansionsverantwortliche großer Filialisten des deutschen Einzelhandels sowie 40 Entscheidungsträger von institutionellen Immobilieninvestoren befragt, darunter Immobilienfonds, Private Equity-Gesellschaften und Vermögensverwalter sowie Banken. Rund 45 Prozent der teilnehmenden Investoren verwalteten ein Immobilienvermögen von über 3 Milliarden Euro.

Quelle: Hahn Gruppe