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  • 8,9 Mrd. Euro neue Investitionen in Sachwerte
  • 83 Prozent aller Investitionen gingen in Immobilien
  • 1 Mrd. EUR platziertes Fondsvolumen und 521 Mio. EUR platziertes Eigenkapital bei geschlossenen Publikums AIF
  • 1,7 Mrd. EUR platziertes Fondsvolumen und 1 Mrd. EUR platziertes Eigenkapital bei geschlossenen Spezial-AIF
  • Ausblick: Immobilien bleiben Schwerpunkt, Zahl der AIF wird weiter steigen

Berlin, 27.04.2016 – Der bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen hat seine 26 Voll- und bestandsverwaltenden Branchenmitglieder zur Entwicklung des Sachwerte-Geschäfts im Jahr 2015 befragt und die Unternehmen um einen Ausblick auf das laufende Jahr gebeten. An der Erhebung teilgenommen haben 25 Unternehmen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Markt weiter entwickelt und der Ausblick positiv ist.

8,9 Mrd. EUR neue Investitionen in Sachwerte

So tätigten die Unternehmen im Jahr 2015 insgesamt 8,9 Mrd. Euro an neuen Investitionen in Sachwerte. (2014: 10,3 Mrd. EUR). Das entspricht in etwa der Summe, welche die EU von 2011 bis 2020 in den Ausbau des europaweiten Breitbandnetzes investieren will. Unter Investitionen in Sachwerte werden alle tatsächlichen Ankäufe erfasst.

83 Prozent (7,4 Mrd. EUR) davon flossen in den Bereich Immobilien, der damit weiterhin den Schwerpunkt bei den Investitionen bildet. Weitere Investitionsfelder sind Luftfahrzeuge (706 Mio. EUR), Infrastruktur (300 Mio. EUR) und Investitionen in Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien (291 Mio. EUR).

Das Volumen der Assets-Under-Management der bsi-Mitgliedsunternehmen lag zum Stichtag 31.12.2015 bei 136,1 Mrd. EUR (2014: 160,1 Mrd. EUR). Mit 75,5 Mrd. Euro entfallen mehr als 55 Prozent der verwalteten Assets auf den Bereich Immobilien.

Investitionen erfolgen überwiegend über regulierte Vehikel

Die Investitionen der Sachwertbranche erfolgten überwiegend durch regulierte Vehikel: 82 Prozent (7,3 Mrd. EUR) ihrer Investitionen in Sachwerte realisierten die bsi-Mitglieder 2015 über regulierte Vehikel unter dem deutschen KAGB und europäischen Normen. Dazu gehörten geschlossene Publikums- und Spezial-AIF (0,7 Mrd. EUR bzw. 1,5 Mrd. EUR), offene Spezial-AIF (2,8 Mrd. EUR) und die europäisch regulierten Luxemburger Strukturen (SICAF und SICAV: 2,3 Mrd. EUR). Dem stehen 18 Prozent bzw. 1,6 Mrd. EUR an neuen Investitionen über unregulierte bzw. teilregulierte Produkte wie Direktinvestments, Vermögensanlagen, Inhaberschuldverschreibungen und sonstige Anlagen gegenüber.

35 neue AIF von bsi-Mitgliedern in 2015

Auf der Produktseite haben die Mitglieder des bsi im Jahr 2015 35 neue Alternative Investmentfonds (AIF) an den Markt gebracht (2014: 39). Davon waren 16 Publikums-AIF (2014:16), 14 geschlossene Spezial-AIF (2014: 15) und 5 offene Spezial-AIF (2014:8).

Fondsvolumen- und Eigenkapitalplatzierung steigen

Ein klar positiver Trend zeigt sich beim Platzierungsgeschehen: So konnten die Mitglieder des bsi im Jahr 2015 für ihre geschlossenen Publikums-AIF 1 Mrd. EUR Fondsvolumen platzieren und 521 Mio. EUR Eigenkapital bei Privatanlegern einwerben (2014: 81 Mio. EUR). Bei professionellen Investoren wurden 1,7 Mrd. EUR Fondsvolumen platziert und 1 Mrd. EUR Eigenkapital für geschlossene Spezial-AIF eingeworben (2014: 592 Mio. EUR).

Privatanleger bevorzugen Immobilien und Flugzeuge

Bezogen auf die Platzierungszahlen sind Immobilien klar der Spitzenreiter: Bei den geschlossenen Publikums-AIF flossen 325 Mio. EUR in diese Assetklasse (2014: 49 Mio. EUR), das entspricht einem Anteil von 62,4 Prozent am gesamten Platzierungsvolumen im Publikumsbereich. Das zweithöchste Platzierungsvolumen erreichten Flugzeug-Investments mit 121 Mio. EUR (2014: 20 Mio. EUR), das entspricht einem Anteil von 23,2 Prozent. Es folgen Portfolio-Investments mit 52 Mio. EUR Eigenkapital (2014: 0), die damit einen Anteil von 10 Prozent am platzierten Eigenkapital bei Publikums-AIF erreichen. Private Equity erreichte ein Platzierungsvolumen von 20 Mio. EUR bzw. 3,8 Prozent (2014: 2 Mio. EUR). Erneuerbare Energien kamen 2015 auf 4 Mio. EUR platziertes Eigenkapital (2014: 10 Mio. EUR) und verzeichneten damit als einzige Assetklasse im Publikums-Bereich einen Rückgang im Platzierungsvolumen.

Professionelle Anleger: Immobilien und Erneuerbare Energien vorn

Professionelle Investoren beteiligten sich mit 808 Mio. EUR Eigenkapital (2014: 514 Mio. EUR) an geschlossenen Immobilien-Spezial-AIFs, das entspricht einem Anteil von 78,7 Prozent am gesamten, über Spezial-AIFs platzierten Eigenkapital. Ebenfalls mit deutlichem Zuwachs folgen Erneuerbare Energien mit 175 Mio. EUR platziertem Eigenkapital (2014: 78 Mio. EUR), was einem Anteil von 17 Prozent entspricht. Auf Flugzeuge entfielen 30 Mio. EUR (2014: 0).

Platzierungen: Regulierte klar vor unregulierten Vehikeln

2015 wurden rund 3,4 Mrd. EUR platziertes Eigenkapital in regulierten Vehikel wie die deutschen Publikums- und Spezial-AIF (zusammen rd. 1,5 Mrd. EUR) sowie den europäisch regulierten Luxemburger Strukturen (rd. 1,9 Mrd. EUR) platziert. Das entspricht einem Anteil von 70 Prozent am gesamten von den bsi-Mitgliedern platzierten Eigenkapital. Die restlichen 30 Prozent, zusammen rd. 1,4 Mrd. EUR, entfielen auf unregulierte Vehikel wie Direktinvestments (598 Mio. EUR), sonstige Anlagen (413 Mio. EUR), Vermögensanlagen (210 EUR) und Inhaberschuldverschreibungen (217 Mio. EUR).

Ausblick 2016

Immobilien bleiben auch im laufenden Jahr der Investitionsschwerpunkt der bsi-Mitglieder. 87 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, 2016 im Rahmen von geschlossenen Spezial-AIF in Immobilien zu investieren, 74 Prozent gaben dies auch für Publikums-AIF an. Bei den Spezial-AIF werden Flugzeuge (22 Prozent der Befragten) und Erneuerbare Energien (ebenfalls 22 Prozent der Befragten) weitere Schwerpunkte sein. Bei Publikums-AIF sollen demnach die Investitionen in Erneuerbare Energien (17 Prozent der Befragten) wieder steigen, Investitionen in Private Equity und Flugzeuge wären gleichauf, hier planen 13 Prozent der Befragten entsprechende Investitionen.

Bezogen auf Anlagen außerhalb des KAGB, planen 35 Prozent der bsi-Mitglieder in Luxemburger Strukturen zu investieren. Weitere 30 Prozent planen mit Direktinvestments. Vermögensanlagen sind für 22 Prozent Gegenstand der Planungen, 17 Prozent ziehen demnach auch Inhaberschuldverschreibungen in Betracht.

Bezogen auf das Verhältnis von Anbietern und Produkten erwarten die bsi-Mitglieder, dass die Zahl der Anbieter 2016 stagnieren bzw. sinken wird (je 43 Prozent der Befragten). Die Zahl der Produkte soll dagegen nach Auffassung von 78 Prozent der Befragten steigen.

Bei den Vehikeln wird nach Auffassung der bsi-Mitglieder 2016 der Spezial-AIF klarer Spitzenreiter sein, hier erwarten 83 Prozent der Befragten, dass deren Anzahl steigen wird. 57 Prozent der Befragten gehen zudem davon aus, dass auch die Zahl der geschlossenen Publikums-AIF steigen wird, 39 Prozent erwarten in diesem Bereich jedoch auch eine Stagnation. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) erwartet außerdem, dass die Zahl sonstiger Anlagen 2016 ansteigen wird.

Einordnung

Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des bsi e.V., zeigt sich insgesamt zufrieden mit den Ergebnissen für 2015: „Die Investitionen in Sachwerte und die Zahl der neuen geschlossenen AIF sind weitgehend stabil geblieben, die Platzierungszahlen sogar deutlich gestiegen – zusammen mit den Erwartungen, die unsere Mitglieder für das laufende Jahr formuliert haben, ist das ein positives Signal für die Entwicklung der Branche.“

„Das Geschäft mit Professionellen Investoren hat sich als Schwerpunkt der Investitionen und des Platzierungsgeschäfts der bsi-Mitglieder etabliert, gleiches gilt für die Assetklasse Immobilien“, fügt Gert Waltenbauer (KGAL GmbH & Co. KG) hinzu. Gert Waltenbauer verantwortet im Vorstand des bsi den Themenbereich Professionelle Investoren.

Aus Sicht von Andreas Heibrock (PATRIZIA GrundInvest GmbH), der im bsi-Vorstand zum Thema
Publikumsvertrieb spricht, sind auch im Privatkundengeschäft wieder viele positive Signale sichtbar: „Aus der Niedrigzinsphase ist ein Nullzinsumfeld geworden – Sachwerte gewinnen deshalb auch für Privatanleger immer mehr an Bedeutung, wenn es um den Vermögensaufbau und den Erhalt von Vermögen geht. Die wieder anziehenden Platzierungszahlen sind dafür ein deutliches Signal.“

Quelle: bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V.