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Kommentar von Edmund Pelikan

Die Zeitung Finanztest hat turnusgemäß zum Herbst wieder einmal geschlossene Fonds unter die Lupe genommen. Der Artikel fand ein breites Medienecho, was immer wieder die hohe Akzeptanz des Stiftung Warentest Ablegers unterstreicht. Sicher ist auch, dass die Untersuchung weitgehend richtig durchgeführt wurde und die rund 1.100 untersuchten Fonds tatsächlich schlechte Werte ausweisen.

Aber es verhält sich hier wie bei allen statistischen Untersuchungen frei nach dem Motto: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! Wobei hier Fälschen nicht für Berechnungsfehler steht, sondern für eine – sagen wir – sehr eigene Auswahlmethodik. Denn es gab in der Vergangenheit weit mehr als 1.100 Beteiligungen in Sachwerte. In der sogenannten FeriStudie der Beteiligungsprodukte von 2011, die die Fortführung der Loipfinger Studie ist und bis Anfang der 90er Jahre zurückreicht, werden allein dort durch Schätzung  rund 7.000 geschlossene Fonds aufsummiert – wobei zahlreiche Initiatoren keine Angaben machten. Unterstellt, dass man also weit über 10.000 Fondsprodukte  hatte, werden hier gerade einmal 10 Prozent betrachtet.

Es kommt einem so vor, dass man eine Studie im Gefängnis der Wirtschaftsverbrecher macht und sich dann wundert, dass 90 Prozent und mehr straffällig sind. Der Rest sitzt dementsprechend unschuldig im Gefängnis. Der BeteiligungsReport wird sich den Artikel nochmals ausführlich ansehen und kommentieren, aber schon jetzt ein kurzes Resümee: Ja, zu viele geschlossene Fonds haben ihre Ziel verfehlt und Anlegergelder vernichtet. Da befinden sie sich in schlechter Gesellschaft mit einigen Bankprodukten und regulierten Produkten. Und wenn man die Skandale der Prokon-Genussrechte, die die eigentliche Ursache der Pleite des Windkraftfinanzierers waren, in einen Topf wirft mit geschlossenen Fonds, muss man an der fachlichen Kompetenz der Autoren zweifeln.Und zu guter Letzt – auch das ist richtig im Artikel angesprochen worden – werden einige Gründe für die Anlegergeldvernichtung durch das Kapitalanlagegesetzbuch wegfallen. Leider nicht alle!