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Kommentar von Edmund Pelikan

Landshut, 06.07.2015 – Eine deutliche Mehrheit ist dem griechischen Ministepräsidenten Tsipras gefolgt – in den Untergang. Denn selten hat ein Land einem Demagogen des Niedergangs so blind vertraut wie die Griechen.

Jetzt wird es auf die Eurogruppe ankommen: Von der Logik her darf es nur ein Ergebnis geben und zwar den Grexit. Der Ausstieg der Griechen aus dem Euro und die Einführung einer eigenen neuen Landeswährung müssen nun die Folge sein. Alles andere wäre eine Ohrfeige für die sanierungswilligen Eurostaaten wie Portugal, Irland etc. Wer jetzt noch dem Wirtschaftshasardeur Tsipras Verhandlungen anbietet, müsste sofort sein Mandat für sein Land verlieren. Denn der Wille des Griechen mit diesem Referendumsergebnis im Rücken kann nur Hilfskredite ohne Gegenleistung und Schuldenschnitt bedeuten.

Andererseits bedeutet es gleichzeitig Abschreibung der bisherigen Kredite und Haftung für die offenen Schulden in Höhe von über 80 Milliarden Euro über Jahre hinweg. Schäubles schwarze Null ist aller Wahrscheinlichkeit deshalb vom Tisch. Daneben wird humanitäre Hilfe für die notleidende griechische Bevölkerung in den nächsten Wochen das vordringliche Ziel sein.

An DDR-Propaganda war man erinnert, als die verantwortliche Bankerin der Notenbank einen Financial Times Artikel kommentierte: „Niemand hat die Absicht … (nein keine Mauer zu bauen) …. Bankguthaben ab 8.000 Euro um 30 Prozent zur staatlichen Liquiditätsversorgung zu kürzen!“ Auch hier gebietet der Realitätssinn, dass so etwas kommen muss, wenn nicht die EZB gegen ihre Linie der letzten Wochen verstößt und doch die ELA-Kreditlinien anhebt. Das Nein im Referendum ist dazu aber das falsche Signal.

Was bedeutet dieses Sonntagsereignis nun für Sachwerte? Es ist und bleibt dabei, dass Sachwerte davon profitieren müssen. Die vor den griechischen Bankschließungen abgezogenen Milliarden müssen sicher investiert werden – und das bedeutet sicher nicht Geldwerte. Immobilien und Gold gelten weiterhin als gute Anlagen. Auch die Börse wird eher davon profitieren. Die Stabilität des Euros wird von den jetzt anstehenden Entscheidungen der Eurogruppen-Finanzminister und Regierungschefs abhängen. Jeder faule Kompromiss wird den Euro schwächen. Klare Kante bei politischen Entscheidungen ist gefragt, unabhängig von der sofort einsetzenden sozialen Hilfsbereitschaft dem griechischen Volk gegenüber.

Trotzdem ist das Nein der Griechen eine Niederlage der Europapolitiker, die bereits viel früher Tsipras hätten einbremsen müssen. Jetzt gilt es konsequent den Schulterschluss zu üben in Form einer gemeinsamen Finanzpolitik, Wirtschaftspolitk und Eurobonds. Für die verbleibende Eurogruppe heißt es jetzt ganz oder gar nicht – und zwar definitiv ohne Griechenland!