© www.shutterstock.com

© www.shutterstock.com

Berlin, 07.07.2015 – Von April bis Juni wurden 14 Fonds und somit doppelt so viele wie im Vorquartal emittiert. Das geplante Emissionsvolumen lag mit insgesamt 355 Mio. Euro rund zwei Drittel über dem des ersten Quartals.

Auffällig ist, dass die geplanten Eigenkapitalvolumina pro Fonds deutlich sinken. Sie liegen im Durchschnitt bei rund 25 Mio. Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 lag das durchschnittliche Eigenkapitalvolumen bei über 70 Mio. Euro.

Im vergangenen Jahr kamen sogar noch mehrere Fonds auf den Markt, die mehr als 100 Mio. Euro Eigenkapitalvolumen aufwiesen. Im zweiten Quartal 2015 gab es keinen Fonds in dieser Größenordnung. Der größte Fonds, der von April bis Juni in den Vertrieb ging, war der „ProReal Deutschland Fonds 4“ dar, der für Wohnimmobilieninvestments Eigenkapital in Höhe von 75 Mio. Euro platzieren möchte. Der kleinste Fonds war der „PCE – Monarch Empress“ mit einem prospektierten Eigenkapital in Höhe von 7 Mio. Euro.

Was sind die Gründe für die sehr geringen Fondsvolumina? Viele der neu emittierten Fonds stammen von kleineren, zum Teil sehr spezialisierten Emissionshäusern, die damit ihre ersten Fonds unter den neuen gesetzlichen Regelungen im AIF-Mantel an den Start gebracht haben. Beispiele hierfür sind die Fonds der HEH (Flugzeug) oder PCE (Schiff), die damit auch wieder Fonds jenseits des Immobiliensegmentes auf den Markt brachten. Auch wurden Fonds wie beispielsweise der Habona Kita Invest 1 (ursprünglicher Vertriebstart Mai 2013) umstrukturiert und nun als Publikums AIF angeboten, um weiter investieren zu können.

Trotz der oben erwähnten Fonds im Flugzeug- und sogar Schiffssegment dominieren Immobilien das Geschehen: Acht der 14 Fonds waren in diesem Quartal Immobilienfonds; damit stellen sie weiterhin auch volumengewichtet (61%) die deutliche Mehrheit.

Ausblick
Wie erwartet hat sich das Emissionsvolumen im zweiten Quartal spürbar belebt – befindet sich aber weiterhin auf niedrigem Niveau. Die teilweise Zurückhaltung im Vertrieb ist eine Erklärung. Scope erwartet in den kommenden Quartalen lediglich moderat wachsende Emissionsvolumina. Zahlreiche Anbieter haben noch großvolumige Fonds im Vertrieb und müssen diese zunächst ausplatzieren, bevor sie neue Fonds begeben.

Die hohe Ankaufskonkurrenz bei Sachwerten ist ein weiterer Grund. Die dadurch bedingten hohen Assetpreise erschweren die Darstellung attraktiver Zielrenditen und hemmen damit die Emissionsaktivitäten.

Übersicht Fondsemissionen Q2 2015
Deutsche Immobilien Invest 2. Hotel Fonds (Immobilien; EK: 15.900 TEUR)
Habona Kita Fonds 01 (Immobilien; EK: 15.000 TEUR)
Hannover Leasing – Die Direktion Münster (Immobilien; EK: 28.200 TEUR)
HEH – Helsinki (Flugzeuge; EK: 16.640 TEUR)
HEP – Solar Japan 1 (Energie; EK: 2.085.000 TJPY)
IMMAC – Renditefonds 80. (Immobilien; EK: 8.000 TEUR)
ImmoChance Deutschland 7 Renovation Plus (Immobilien; EK: 21.000 TEUR)
INP – 22. Deutsche Sozialimmobilien Portfolio (Immobilien; EK: 17.825 TEUR)
PCE – Monarch Empress (Schiffe; EK: 7.000 TEUR)
PED Private Equity Deutschland (Private Equity; EK: 50.000 TEUR)
ProReal Deutschland Fonds 4 (Immobilien; EK: 75.000 TEUR)
RWB Special Market Asia III (Private Equity; EK: k. A.)
WealthCap – Immobilien Nordamerika 16 (Immobilien; EK: 39.010 TUSD)
WealthCap SachWerte Portfolio 2 (Portfolio; EK: 50.000 TEUR)

Quelle: Scope Ratings