Vermšgensverwaltertagung MŸnchen am 17.04.2013. Foto: Gerhard Blank, www.gerhard-blank.de, www.luftbildmuenchen.com fon: 0049 171 2888481 Verwendung nur gegen Honorar und Belegexemplar

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Ein Kommentar von Edmund Pelikan

Landshut, 03.06.2015 – Es ist keine Zeit für Alternative Investment Fund – das hört man immer wieder. Ich hielt kürzlich einen Seminartag über Sachwertfonds bei einer deutschen Bankakademie. Die vorherrschende Meinung über geschlossene Fonds alter Prägung war nicht gut. Aber ist das Ergebnis tatsächlich durchgehend so schlecht?

Eine Münchner Plattform hat Beteiligungsfonds der Vergangenheit ausgewertet und Erstaunliches ermittelt. Nicht wenige liefen erfolgreich. Hier die fünf Highlights, warum geschlossene Fonds auch vor der staatlichen Regulierung 2013 für Anleger top sein konnten:

1. Das Timing:

Schiffsfonds gelten als Rohrkrepierer. Das war nicht immer so. Eine Auswertung über zahlreiche Schiffsbeteiligungen bis 2007 unter Berücksichtigung der steuerlichen Komponente zeigte ein positives Bild. Aber nicht nur das. Unter den Top 10 der besten aufgelösten Fonds sind fünf Schiffsinvestments. Das Geheimnis des Erfolges ist der richtige Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt. Die konkreten Schiffe investierten nach 2002 und verkauften vor 2008. Da hatte die Geschäftsführung ein glückliches Händchen in puncto Timing, und die Anleger wurden mit einer Kapitalmehrung von 25 Prozent pro Jahr und mehr belohnt.

2. Die kurzen Laufzeiten:

Konzipiert sind Beteiligungsfonds alter Prägung meist mit zehn Jahren Plus worden. Das war meist auch das größte Argument gegen solche Konzepte. Aber: Die Gesellschafterversammlung der KG konnte anders entscheiden, wenn die Geschäftsführung des Fonds eine gute Gelegenheit sah zum Verkauf. Auffällig ist, dass von den 50 besten aufgelösten Sachwertfonds nur drei Fonds zehn Jahre und mehr liefen. Das Gros wurde nach vier bis fünf Jahren erfolgreich veräußert. Und das mit einer Kapitalmehrung von 14 Prozent pro Jahr und mehr. Da fragt man sich, warum die Politik jetzt eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren verlangt.

3. Die positiven Serientäter:

Manche Emissionshäuser haben ein besonderes Talent, die Anleger gut zu bedienen. So ist der Kölner USA-Spezialist acht Mal unter den 50 besten aufgelösten geschlossenen Fonds. Aber auch ZBI, CFB, Ideenkapital oder SachsenFonds sind mehrfach vertreten. Oft zeigt sich bei diesen positiven Serientätern eine Spezialisierung auf ein Marktsegment. Nicht unerwähnt sollte hier auch die Mehrfachnennung des heute oft gescholtenen Großanbieters MPC sein. Manche Produktlinien liefen dort gut, wie zum Beispiel die Canada-Immobilienserie, aber auch mancher Hollandfonds.

4. Die One-Hit-Wonder:

Natürlich sind auch in der Liste der 50 besten aufgelösten geschlossenen Fonds sogenannte One-Hit-Wonder dabei. So hat die DIVAG mit einem Schiff den Platz 2 (2005 bis 2007) mit einer Kapitalmehrung von jährlich 47 Prozent erreicht – taucht aber weiter nicht mehr auf. Auch Lloyd Fonds hatte einen Treffer mit der MS Nordpacific (2003 bis 2007) landen können und für dieses Projekt seinen Anlegern ein Plus von etwas über 24 Prozent pro Jahr bescheren können. Selbst die HCI, die ja einen Vielzahl von Schiffen emittierte, schlägt in dieser Liste nur einmal auf mit ihrem Projekt Exklusiv Schiffsfonds I (2003 bis 2007). Sogar ein Energiefonds „verirrt“ sich in die Liste: Wattner mit seinem Sun Asset 1 (2008 bis 2013) brachte den Investoren immerhin 14 Prozent pro Jahr – und das in den sogenannten Krisenjahren der Branche

5. Ein langfristig ausgerichtetes Management:

Eines fällt auf. Wenn man die Platzierungsspitzenreiter von vor 15 Jahren betrachtet, sind hier heute noch wenige aktiv. Damals waren Namen wie IVG, Deutsche Grundbesitz, Hohenlohe-Jagstberg, Kapital-Consult oder Fundus unter der TOP Ten. Keines von diesen Emissionshäusern taucht aber in der Liste der 50 besten aufgelösten geschlossenen Fonds auf. Das zeigt, dass das Management kurzfristig hohe Umsätze machen wollte, die Qualität aber oft nicht mit den Umsätzen Schritt hielt. Viele der Initiatoren aus der TOP 50 Liste sind heute noch aktiv. Natürlich hat so manches Haus auch einige Blessuren durch die Finanzkrise abbekommen. Gut ist, dass viele sich nicht trotz des ehemaligen Erfolges aus der Verantwortung stehlen, sondern weiter für ihre Anleger kämpfen. Auch das gehört zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Investorengeldern.

Der Markt der Sachwertfonds ist und bleibt ein Markt der unternehmerischen Beteiligungen. Das ändert auch die neue Gesetzeslage nicht. Aber durch die zunehmende Kontrollwirkung der Kapitalverwaltungsgesellschaften durch die Verwahrstellen wird das Wirken von Dilettanten erschwert. Die Auswertung der Münchner eFonds zeigt aber, dass seriöse Häuser in der Vergangenheit auch gute Ergebnisse zum Wohle der Anleger mit geschlossenen Fonds erreicht haben. Und das ganz ohne teure Kontrolle und staatliche Regulierung.