Unbenannt KopieKommentar von Edmund Pelikan

Landshut, 07.04.2015 – Bereits in der DIHK-Statistik Ende 2014 waren schon deutliche Abgänge von rund 500 bei den Vermittlern nach 34f GewO registriert worden.

Es wurde befürchtet, dass sich der Trend fortsetzt. Aber dass es so deutlich ausfällt, war eine Überraschung. Nach knapp 11.000 Finanzanlagevermittler (FAV), die noch bis Dezember 2014 geschlossene Investmentvermögen vertreiben und beraten durften, sind es Ende März 2015 nur noch 9.668 FAV, also rund 1.500 Finanzberater oder 12 Prozent mit Genehmigung weniger. Bei den Beratern für offene Investmentvermögen war der Einbruch noch heftiger, dort verloren rund 5.000 die Lizenz, was immerhin 13 Prozent entspricht. Den Hauptgrund sehen Experten aus der Vertriebsszene vor allem in dem Auslaufen der Übergangsregelung für den Sachkundenachweis. Den geringsten Rückgang verzeichneten die Finanzanlagevermittler für sonstige Vermögensanlagen – die sogenannten Paragraph 34 f Absatz 1 Nummer 3 GewO Vermittler –, die um rund acht Prozent abschmolzen und jetzt 6.147 Finanzanlagevermittler sind.

Anwälte wie Norman Wirth sehen hier zwar durchaus Chancen, die „Alte Hasen-Regelung“ unter bestimmten Konstellationen noch zu retten (wir berichteten in einer extra News), das Vermittlerregister des DIHK ist aber derzeit konsequent um diese Fälle bereinigt worden. Gegen den Trend stieg die Zahl der Honorarberater nach Paragraph 34 h GewO um 45 Prozent. Das liegt aber ausschließlich an der beschämend geringen Zahl von 65 Honorar-Finanzanlageberatern, die im ersten Quartal 2015 auf 94 zulegten.

Ob diese von der Politik gewollte Vernichtung von Selbstständigkeiten in der Finanzindustrie die beabsichtigte Qualitätssteigerung zur Folge hat, ist mehr als fraglich. Wie im Buch „Pseudologie der Finanzpolitik“ von Edmund Pelikan dargestellt, findet ein wesentlicher Teil der Vernichtung privaten Vermögens auf Seiten des Staates durch Niedrigzinsen, durch Geldschwemme und durch kapitalvernichtende Finanzpolitik statt. Und dagegen gibt es kein Gesetz, sondern dies wird mit Hilfe von Gesetzen vollzogen.